Am vergangenen Wochenende wurde das neue Waldklassenzimmer am Saarbrücker Wildpark durch die saarländische Ministerin für Justiz, Umwelt und Verbraucherschutz Anke Rehlinger (SPD) eingeweiht. Das Waldklassenzimmer wurde im Rahmen der Bürgerarbeit des Zentrums für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) erbaut und bietet rund 60 Plätze für etwa zwei Schulklassen. Künftig wird diese Einrichtung durch die „Naturakademie Saar“ für waldpädagogische Zwecke für Kinder genutzt. Die Grüne Jugend Saar begrüßt grundsätzlich die Idee eines Waldklassenzimmers, kritisiert dessen Umsetzung jedoch scharf. Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar:

„Hinter der Naturakademie Saar steht Roman Wüst, der als Jäger Großwildjagden im Ausland seinen Kunden anbietet. Über seine Webseite „Waidwerk Weltweit“ kann man weltweit Reisen buchen, um aus sicherer Entfernung bedrohte Tierarten abzuschießen. Über die Webseite wird z.B. angeboten, Leoparden, Löwen und Elefanten in Tansania zu jagen. Es ist absolut untragbar, dass ein Projekt wie das Waldklassenzimmer in die Hände eines solch rücksichtslosen Jägers gelangen konnte. Es liegt der Verdacht nahe, dass Herr Wüst unter dem Deckmantel der Waldpädagogik den Kinder seine Jagdphilosophie näher bringen will. Jedenfalls ist eine Person wie Roman Wüst, der in Afrika bedrohte Tierarten jagt, kein glaubwürdiges Vorbild in Bezug auf den Tierschutz und die Biodiversität für unsere Kinder. Wir fordern die Stadt Saarbrücken daher auf, diesen Fehler zu korrigieren und der „Naturakademie Saar“ dieses Projekt schnellstmöglich zu entziehen. Grundsätzlich unterstützt es die Grüne Jugend Saar ausdrücklich, Kindern durch pädagogische Angebote Wald, Wild und Natur näher zu bringen. Jedoch sollten Landesregierung und Stadtverwaltung darauf bestehen, dass das Waldklassenzimmer nur von Fachkräften geführt wird, die den Kindern Empathie gegenüber unseren Mitlebewesen näher bringen und das Verständnis für die Natur fördern.“