Minister Klaus Kessler a.D. hat in seiner zweijährigen Amtszeit wichtige Akzente für eine gerechtere Bildungspolitik gesetzt. Auch in Zukunft wollen wir diesen eingeschlagenen Weg weitergehen.
Im Bereich des Kindergartens wird ein neues Kooperationsjahr eingeführt. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für Kinder und Eltern ein großes Ereignis. Was aber häufig mit Ängsten und schlaflosen Nächten verbunden ist, soll künftig durch das saarländische Kooperationsjahr Kindergarten-Grundschule möglichst reibungslos passieren. Im letzten Kindergartenjahr werden die Kinder gemeinsam von Erzieher/innen und Grundschullehrkräften auf den Übergang in die Grundschule vorbereitet.
Ebenso wird es eine weitreichende Reform im Bereich der allgemeinbildenden Schulen geben. Ein neues Zwei-Säulen-Modell, bestehend aus Gemeinschaftsschule und Gymnasium, wird eingeführt werden. Die Gemeinschaftsschule wird die Real- und Hauptschule ersetzen. Auf der Grundlage der gemeinsamen Lernerfahrung fördert sie das gegenseitige Verstehen, die Bereitschaft zu sozialem Handeln und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher außerschulischer Lernvoraussetzungen und sozialer Herkunft. Daneben sollen die Schüler auch individuell besser gefördert werden.
Wir wollen uns besonders dafür einsetzten, dass in den kommenden Jahren zudem das Angebot an gebundenen Ganztagsschulen deutlich ausgebaut wird.
Für uns als Grüne Jugend sind die Bestrebungen unseres ehemaligen Bildungsministers wichtige Eckpunkte zur Verbesserung. Unsere Forderungen erstrecken sich in bestimmten Bereichen aber auch noch weiter:
- Wir setzen uns die die Einführung der Ganztagschule ein. Ein solches Konzept sieht gemeinsames Lernen bis zur 9. Klasse vor. Gemeinsames Lernen heißt: leistungsstarke und leistungsschwache, behinderte und nicht behinderte Kinder und diejenigen mit und ohne Migrationshintergrund gehen 9 Jahre lang gemeinsam in eine Schule. Nach diesen neun Jahren, folgt dann entweder die gymnasiale Oberstufe (10. – 12. Klasse) oder eine berufsbildende Schule (ebenfalls 10. – 12. Klasse).
- In dieser neuen Ganztagschule sollen Schülerinnen und Schüler Eigenverantwortung für ihren Lernprozess übernehmen, individuell gefördert werden und von problem- und anwendungsbezogenen Lernformen profitieren.
- Ethikunterricht soll für alle verbindlich ab Klasse 5 angeboten werden. Religionsunterricht wird nicht abgeschafft, sondern kann freiwillig am Nachmittag besucht werden. Diese Möglichkeit soll für Anhänger aller Glaubensrichtungen bestehen und die Chance für interreligiösen Austausch bieten.
- Das Schulleben soll attraktiv gestaltet werden, in dem ein „Lebensraum Schule” geschaffen wird. Künstlerische und sportliche Angebote, Ruhepausen, freiwillige Nachmittagsangebote und die Möglichkeit zum Mittagessen sollen zur Grundausstattung aller Schulen gehören. Dazu ist eine umfassende Erweiterung der Infrastrukturen an den Schulen unerlässlich.
Hochschule
- Wir wollen die Überprüfung der Bachelor-Studiengänge fortsetzen. Insbesondere muss darauf geachtet werden, überflüssige Anforderungen an die Teilnahme an Veranstaltungen, Anwesenheitspflichten und Prüfungsleistungen zu streichen. In Zukunft sollte wieder ein weniger verschultes, flexibleres Studieren möglich sein. Prüfungszeiträume dürfen nicht auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sein, da so kein sinnvolles Vorbereiten auf die einzelnen Prüfungen möglich ist.
- Für die Vergabe der Mittel zur Verbesserung der Lehre aus Ersatzmitteln für die abgeschafften allgemeinen Studiengebühren müssen Gremien zuständig sein, in denen zur Hälfte Studierende beteiligt sind. Bisher hat in Pattsituationen der Professor, der den Vorsitz führt, die entscheidende Stimme. Wir möchten diese undemokratische Regelung abschaffen. Wir wollen die studentische Mitbestimmung deutlich fördern.
- Wir begrüßen, dass die Universität verschiedene Dächer für Solaranlagen zur Verfügung stellt. Die Aktivitäten der Universität für den Klimaschutz dürfen aber nicht damit enden. Um ihren Ausstoß an Klimagasen zu verringern, könnte die Universität deutlich mehr als bisher tun. Die Universität muss im Rahmen eines umfassenden Umweltaudits insbesondere auch ihren Energieverbrauch kritisch unter die Lupe nehmen. Bei allen Bau- und Renovierungs-Maßnahmen sollte verstärkt auf Energieeffizienz geachtet werden.
- Wir streben an, dass das Studentenwerk in der Mensa im Wahlbereich Bioessen anbietet.
Die jungen Menschen im Saarland sind die Zukunft! Nur wenn das Land bereit ist in ihre Ausbildung und Entwicklung zu investieren, kann seine Zukunft gesichert werden. Gemeinsam müssen wir für ein besseres Bildungssystem anpacken.